Luxembourg Research Clinic

Die Luxembourg Research Clinic ist eine nationale, kooperative Forschungsklinik, die die Krankenhäuser, Forschungseinrichtungen und die Universität Luxemburg vereint, um die exzellente translationale Forschung des Landes in patientenzentrierte klinische Studien zu überführen und so Innovationen im Gesundheitswesen, in der Wissenschaft und in der Wirtschaft voranzutreiben.

Aktivitäten

Die Luxembourg Research Clinic (Fuerschungsklinik Lëtzebuerg / LRC) ist eine wegweisende nationale Initiative, die vier luxemburgische Krankenhäuser (CHL, CHEM, HRS, CHdN), die Universität Luxemburg (UniLu) sowie das Luxembourg Institute of Health (LIH) zusammenführt, um eine einheitliche Plattform für hochmoderne klinische und translationale Forschung zu schaffen.

Aufbauend auf dem bestehenden biomedizinischen Ökosystem des Landes – einschließlich zentraler Einrichtungen wie dem LCSB, dem IBBL und dem TMOH – zielt diese kollaborative Struktur darauf ab, die Lücke zwischen Forschung und Patientenversorgung zu schließen. Ihre Mission ist es, qualitativ hochwertige klinische Studien „made in Luxembourg“ zu ermöglichen, damit alle Bürgerinnen und Bürger von lokal entwickelten medizinischen Innovationen profitieren können, während gleichzeitig das nationale Gesundheitssystem, die akademische Leistungsfähigkeit und die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit im Bereich der Lebenswissenschaften gestärkt werden.

Die LRC geht über das klassische Konzept eines Universitätsklinikums hinaus, indem Forschung direkt in die realen Versorgungsstrukturen integriert wird und eine enge Zusammenarbeit zwischen Klinikern, Forschenden und Hausärztinnen und Hausärzten in einem patientenzentrierten Ökosystem sichergestellt wird. Mit dem Fokus auf sechs zentrale Krankheitsbereiche – Neurologie, Onkologie, Immunologie und Infektionskrankheiten, Seltene Erkrankungen und Pädiatrie, Herz-Kreislauf-Gesundheit sowie psychische Gesundheit – koordiniert die Klinik Ressourcen, Expertise und Infrastrukturen sektorenübergreifend. Sie fungiert als nationaler Ankerpunkt für klinische Studien und wird durch interoperable Datensysteme, föderierte Forschungsinfrastrukturen und wettbewerbsfähige Förderprogramme unterstützt. Zusammengenommen positionieren diese Elemente Luxemburg als europäisches Vorbild für integrierte, innovationsgetriebene klinische Forschung mit messbaren Verbesserungen der Patientenergebnisse.

Strategische Ziele

  • Aufbau einer föderierten nationalen Infrastruktur für klinische Forschung
    Ausbau der klinischen Studienkapazitäten in allen Krankenhäusern, einschließlich dedizierten Personals, Räumlichkeiten für Studienkoordination und standardisierter Prozesse zur Unterstützung sowohl investigatorinitiierter als auch industriegesponserter Forschung.
  • Entwicklung sicherer und interoperabler klinischer Datenplattformen
    Implementierung einer nationalen Forschungsdatenumgebung, die klinische und -omische Daten miteinander verknüpft und einen Echtzeitzugriff auf qualitativ hochwertige Patientendaten für Diagnostik, Forschung und Versorgungsoptimierung ermöglicht.
  • Beschleunigung des Zugangs zu innovativen Therapien
    Sicherstellung eines frühzeitigen Zugangs luxemburgischer Patientinnen und Patienten zu innovativen Diagnostik- und Therapieansätzen durch eine zeitnahe und inklusive Teilnahme an klinischen Studien.
  • Förderung multidisziplinärer und institutionsübergreifender Zusammenarbeit
    Vernetzung von Krankenhäusern, Forschungseinrichtungen, Hausärztinnen und Hausärzten sowie Universitäten unter einer gemeinsamen Governance und Strategie, um Innovationen im Gesundheitswesen mit Bildungs- und gesellschaftlichen Prioritäten in Einklang zu bringen.
  • Unterstützung prioritäter Forschungsbereiche und schrittweise Erweiterung
    Stärkung der klinischen Forschung in zentralen Bereichen (Onkologie, Neurologie, Immunologie/Infektionen, Pädiatrie/seltene Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Gesundheit und psychische Gesundheit) mit der Flexibilität, das Spektrum künftig auf weitere Fachgebiete auszuweiten.
  • Sicherstellung langfristiger Finanzierung und Nachhaltigkeit
    Start mit einer öffentlichen Anschubfinanzierung (4 Mio. € pro Jahr über 4–5 Jahre) sowie Entwicklung von Mechanismen zur Einwerbung wettbewerbsfähiger nationaler und internationaler Drittmittel für eine nachhaltige Wirkung.
  • Förderung von Ausbildung und Kapazitätsaufbau
    Aufbau strukturierter Mentoring- und Ausbildungsprogramme zur Qualifizierung einer neuen Generation klinischer Forschender und Innovatorinnen und Innovatoren im Gesundheitswesen.
  • Gewährleistung patientenzentrierter Forschung und ethischer Exzellenz
    Einhaltung höchster ethischer Standards sowie der Anforderungen von DSGVO und GCP, einschließlich der aktiven Einbindung von Patientinnen und Patienten in die Studienplanung und -durchführung, um Vertrauen zu sichern und den gesellschaftlichen Nutzen zu maximieren.

Leitung der LRC

Die Luxembourg Research Clinic wird von Prof. Dr. Christof von Kalle geleitet, der die Position des Direktors am 1. Dezember 2024 übernommen hat. Prof. von Kalle verfügt über umfassende Erfahrung in der translationalen Onkologie, der Gentherapie und der molekularen Medizin sowie über eine ausgewiesene Expertise in der Förderung von Kooperationen zwischen akademischen Einrichtungen, Gesundheitsdienstleistern und der Industrie.

Vor seiner Berufung war er Gründungsdirektor des Clinical Study Centre an der Charité sowie des Berlin Institute of Health. In seiner Funktion als Direktor verantwortet Prof. von Kalle die strategische Weiterentwicklung der LRC, mit dem Ziel, die Integration von Forschung und klinischer Versorgung weiter zu stärken, nationale und internationale Partnerschaften auszubauen und die klinische Forschung in Schlüsselbereichen wie Onkologie, neurodegenerativen Erkrankungen und immunvermittelten Krankheitsbildern voranzubringen. Unter seiner Leitung soll die LRC die Kapazitäten Luxemburgs für qualitativ hochwertige, patientenorientierte translationale Forschung weiter ausbauen.

Christof
von Kalle

Klinischer Forschungsrahmen

Luxembourg Research Clinic Partners

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