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Erhöhte Überwachungsmaßnahmen im Land, da sich das West-Nil-Virus den Grenzen nähert

In den letzten Jahren haben Infektionen mit dem West-Nil-Virus in Europa zunehmend an Bedeutung für die öffentliche Gesundheit gewonnen. Das Virus wird hauptsächlich zwischen Vögeln durch in Europa heimische Stechmückenarten (vor allem Culex sp.) übertragen. So genannte Brückenmückenarten („bridge mosquito species»), die sowohl Vögel als auch Säugetiere stechen, können das Virus auf eine größere Bandbreite von Wirten übertragen, darunter Pferde und Menschen. Infektionen verlaufen oft asymptomatisch, können jedoch in seltenen Fällen schwerwiegende Folgen haben, wie Enzephalitis oder Meningitis. Während Pferde durch eine Impfung vor klinischen Symptomen geschützt werden können, gibt es bislang keinen zugelassenen Impfstoff für Menschen. Daher ist die Überwachung in den natürlichen Reservoiren des Virus ein wertvolles Frühwarnsystem, um gezielte Präventionsmaßnahmen rechtzeitig einzuleiten.
Das Luxembourg Institute of Health (LIH) hat in Zusammenarbeit mit der Luxemburgischen Veterinär- und Lebensmittelverwaltung (ALVA) bereits 2018 mit der Überwachung des West-Nil-Virus in Wildvögeln begonnen, zeitgleich mit seinem ersten Nachweis in Deutschland. Die Überwachungsaktivitäten werden derzeit im Rahmen des von der EU mitfinanzierten OneHealth4Surveillance-Projekts (2024–2026) verstärkt – insbesondere durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Centre de Soins pour la Faune Sauvage in Düdelingen. Im Jahr 2024 wurden 280 Vogelproben auf das West-Nil-Virus getestet – eine siebenfache Steigerung im Vergleich zum Vorjahr.
Obwohl das West-Nil-Virus in Luxemburg bisher nicht nachgewiesen wurde, ist das Usutu-Virus – ein weiteres Flavivirus, das in Vektoren, Wirten und Übertragungswegen dem West-Nil-Virus ähnelt – bereits im Land präsent (link). Die allmähliche geographische Ausbreitung des Usutu-Virus wird von einigen Experten als ein mögliches Modell für die zukünftige Verbreitung des West-Nil-Virus in Europa betrachtet. Diese Entwicklung wird durch Zugvogelbewegungen und den Klimawandel beeinflusst – insbesondere durch höhere Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster, die die Lebenszyklen der Stechmücken verändern. Gemeinsam mit der weiteren nord- und westwärts gerichteten Ausbreitung des West-Nil-Virus in Deutschland im Jahr 2024 (link) unterstreicht dies die Bedeutung verstärkter Überwachungsmaßnahmen in Luxemburg – im Interesse der menschlichen und tierischen Gesundheit.
Hinweis
Diese Aktivität wird durch eine Kofinanzierung aus dem EU4Health-Programm der Europäischen Union im Rahmen des Grant Agreement Nr. 101132473 OH4Surveillance unterstützt.
Die geäußerten Ansichten und Meinungen spiegeln nicht unbedingt die der Europäischen Union oder HaDEA wider. Weder die Europäische Union noch die Bewilligungsbehörde können dafür verantwortlich gemacht werden.