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LIH NORLUX lab trägt zu Nature-Studie über die Entwicklung von Hirntumoren bei

Die Ergebnisse zeigen, wie Hirntumoren im Laufe der Zeit aggressiver werden und eröffnen neue Möglichkeiten für personalisierte Behandlungen

08 Juni 2026 3minuten

Forschende des Luxembourg Institute of Health (LIH) haben zu einer bedeutenden internationalen Studie beigetragen, die in Nature, einer der renommiertesten wissenschaftlichen Fachzeitschriften der Welt, veröffentlicht wurde. Die Studie liefert neue Erkenntnisse darüber, wie sich Hirntumoren bei Erwachsenen entwickeln und nach einer Behandlung erneut auftreten. Durch die Analyse von Proben, die über mehrere Jahre von Patientinnen und Patienten gesammelt wurden, identifizierten die Forschenden biologische Mechanismen, die es diesen Krebsarten ermöglichen, aggressiver zu werden und Resistenzen gegen Therapien zu entwickeln.


IDH-mutierte Gliome sind Hirntumoren, die häufig jüngere und Menschen mittleren Alters betreffen. Obwohl die derzeitigen Behandlungen das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen können, treten die Tumoren nahezu immer erneut auf. Bis vor Kurzem war das Verständnis der zugrunde liegenden biologischen Veränderungen während des Krankheitsverlaufs jedoch begrenzt.

In der neuen Nature-Studie analysierte ein internationales Konsortium Tumorproben von 35 Patientinnen und Patienten in unterschiedlichen Krankheitsstadien mithilfe moderner Genomik- und Einzelzelltechnologien. Die Forschenden stellten fest, dass wiederkehrende Tumoren häufig mehr unreife, sich schnell teilende Krebszellen enthalten. Darüber hinaus identifizierten sie verschiedene Mechanismen, die das Fortschreiten der Tumoren antreiben, darunter genetische Veränderungen innerhalb der Krebszellen sowie Wechselwirkungen mit der umgebenden Tumorumgebung. Diese Ergebnisse liefern eines der bislang klarsten Bilder darüber, wie sich IDH-mutierte Gliome im Laufe der Zeit entwickeln und warum sie so schwer zu behandeln sind.

Das NORLUX Neuro-Oncology Laboratory am LIH spielte eine zentrale Rolle in diesem Projekt. Das Team stellte über die PRECISION-PDX-Kohorte einzigartige longitudinale Tumorproben von Patientinnen und Patienten mit aIDH-mutierten Gliomen zur Verfügung, wodurch die Entwicklung der Tumoren über die Zeit verfolgt werden konnte. Darüber hinaus führte NORLUX funktionelle Untersuchungen in passenden patientenabgeleiteten präklinischen Modellen durch, die zur Validierung der aus den Einzelzellanalysen gewonnenen Vorhersagen eingesetzt wurden.

Diese Studie zeigt, dass das Wiederauftreten von Gliomen über mehrere biologische Wege entstehen kann. Durch die Kombination seltener Patientenproben, moderner Einzelzelltechnologien und klinisch relevanter Modelle konnten wir besser verstehen, wie sich diese Tumoren anpassen und weiterentwickeln. Dieses Wissen wird entscheidend sein, um präzisere und wirksamere Therapien zu entwickeln“, sagte Dr. Anna Golebiewska, Leiterin des NORLUX Lab am LIH und Mitautorin der Publikation.

Die Veröffentlichung unterstreicht den Wert internationaler Zusammenarbeit und stellt eine wichtige Ressource für Forschende dar, die die Behandlungsergebnisse von Patientinnen und Patienten mit Hirntumoren verbessern möchten. Sie zeigt außerdem, dass Chemotherapie und Strahlentherapie zwar weiterhin unverzichtbare Behandlungen zur Verlängerung des Überlebens bleiben, der Zeitpunkt ihres Einsatzes jedoch von großer Bedeutung ist. Die Studie unterstützt weitere Forschung zur Frage, ob bestimmte IDH-Inhibitoren vor einer Chemotherapie und Strahlentherapie eingesetzt werden sollten, sodass letztere für spätere Krankheitsstadien vorbehalten bleiben.

Finanzierung und Kooperationen:

Unterstützung durch den Nationalen Forschungsfonds Luxemburgs (FNR: C20/BM/14646004/GLASSLUX, INTER/ TRANSCAN22/17612718/PLASTIG).

Scientific Contact

  • Anna
    Golebiewska
    Group Head

    NORLUX Neuro-Oncology Laboratory

    Contact

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