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Gemeinsame Aktion für personalisierte Krebsmedizin startet

LIH leistet Beitrag zu ambitioniertem EU-Projekt

27 Januar 2026 4minuten

Die European Joint Action on Personalised Cancer Medicine (JA PCM) wurde im Januar 2024 offiziell gestartet und vereint 29 europäische Länder sowie mehr als 140 Partnerorganisationen mit dem Ziel, die personalisierte Krebsversorgung in Europa voranzubringen. Koordiniert wird das Projekt von Sciensano (das belgische Institut für öffentliche Gesundheit). Ziel ist der Aufbau eines nachhaltigen grenzüberschreitenden Netzwerks zur Förderung von Innovation, Chancengleichheit und Zusammenarbeit in der personalisierten Krebsprävention, -diagnostik, -therapie, -nachsorge und tertiären Prävention.


Die personalisierte Krebsmedizin verändert grundlegend, wie Krebs verhindert, diagnostiziert, behandelt und überwacht wird, indem sie an das Tumorprofil, die klinische Vorgeschichte und die Präferenzen der einzelnen Patientinnen und Patienten angepasst wird. Durch die Berücksichtigung des gesamten Patientenpfads geht die JA PCM über isolierte Maßnahmen hinaus und bietet ein patientenzentriertes Versorgungskontinuum, das auf den neuesten wissenschaftlichen und technologischen Erkenntnissen basiert.

Wir müssen den Austausch bewährter Verfahren erleichtern und die Entwicklung gemeinsamer Rahmenbedingungen unterstützen, um Ungleichheiten beim Zugang zur personalisierten Krebsmedizin in Europa zu verringern. Innovation darf keine neuen Lücken schaffen, sie muss helfen, bestehende zu schließen. Belgien ist stolz darauf, in dieser Initiative eine führende Rolle zu übernehmen.“
Frank Vandenbroucke, Belgischer Minister für Volksgesundheit und soziale Sicherheit, bei der Eröffnung des Kick-off-Meetings.

Marc Van den Bulcke, Leiter des belgischen Krebszentrums (Sciensano) und Koordinator der JA PCM, ergänzte: „Wir erkennen klar an, dass Prävention, Diagnostik, Behandlung und Nachsorge koordiniert angegangen werden müssen, um den größtmöglichen Nutzen für die Patientinnen und Patienten zu erzielen. Durch Pilotprojekte und kooperative Aktivitäten wird die JA PCM die Umsetzung der personalisierten Krebsmedizin in Europa unterstützen und Brücken zwischen Forschung, Gesundheitssystemen und den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten schlagen.

Ein zentraler Bestandteil der JA PCM sind konkrete Pilotaktivitäten und Use Cases, die zeigen werden, wie personalisierte Krebsmedizin in der Praxis angewendet werden kann. In diesen Pilotprojekten werden sieben zentrale Themen adressiert:

  1. Patientenpfade, Zugang und Umsetzung einer risikobasierten Krebsprävention,
  2. Anwendung polygener Risikoscores,
  3. genetische Krebsprädisposition entlang des gesamten Patientenverlaufs,
  4. Molecular Tumour Boards,
  5. innovative Modelle der risikoteilenden Behandlung mit Evidenzgenerierung,
  6. Liquid-Biopsy-Testung,
  7. digitale Innovationen für das Fernmonitoring.

Die Pilotprojekte werden durch transversale Aktivitäten unterstützt, darunter External Quality Assessments für Liquid Biopsy, Education and Training, Ethical, Legal and Social Implications, Health Technology Assessment, Daten und Zugang.

Das Luxembourg Institute of Health (LIH), vertreten durch das Department of Medical Informatics (DMI) und die Luxembourg Research Clinic (LRC), leistet einen aktiven Beitrag zur JA PCM. Das LIH beteiligt sich gemeinsam mit zentralen nationalen Akteuren der Krebsversorgung in Luxemburg, darunter Centre François Baclesse, Centre Hospitalier du Nord, Centre Hospitalier Émile Mayrisch, Centre Hospitalier de Luxembourg, Fondation Émile Mayrisch/Croix-Rouge Luxembourgeoise, Hôpitaux Robert Schuman, PNED GIE und das Laboratoire National de la Santé. Die nationale Koordination erfolgt durch das National Cancer Institute.

Durch sein Engagement bringt das LIH wissenschaftliche und translationale Expertise in die Entwicklung gemeinsamer Prioritäten und bewährter Verfahren in den Bereichen fortgeschrittene Diagnostik, maßgeschneiderte Therapien und koordinierte Krebsversorgung ein, einschließlich der Umsetzung und Stärkung von Molecular Tumour Boards. Dadurch wird sichergestellt, dass innovative, patientenzentrierte Ansätze, die in Luxemburg entwickelt werden, wirksam in europäische Gesundheitssysteme integriert und dort geteilt werden.

Mit seiner beispiellosen Größenordnung wird die JA PCM die grenzüberschreitende Zusammenarbeit beschleunigen, europäische Wissensnetzwerke stärken, Synergien mit EU-Initiativen schaffen und einen gerechten Zugang zur personalisierten Krebsmedizin in ganz Europa fördern. In den kommenden vier Jahren soll ein dauerhaftes europäisches Rahmenwerk für die personalisierte Onkologie entstehen, das nachhaltig, messbar und patientenzentriert ist.

Diese Arbeit wird von der Europäischen Union finanziert (JA PCM – Fördernummer 101233450). Die darin zum Ausdruck gebrachten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die der Autoren und spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Europäischen Union oder der HaDEA wider. Weder die Europäische Union noch die Förderstelle können dafür verantwortlich gemacht werden.

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