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Die Vereinbarung formalisiert die Zusammenarbeit zwischen vier Ländern, während Clinnova die Patientenrekrutierung, Gesundheitsdateninfrastrukturen und die Präzisionsmedizin vorantreibt.

Das Luxembourg Institute of Health (LIH) spielt weiterhin eine führende Rolle bei der Weiterentwicklung patientenzentrierter klinischer Forschung durch Clinnova, eine europäische Initiative zur Optimierung der Nutzung von Gesundheitsdaten in Forschung und Gesundheitsversorgung. Im Mai 2026 erreichte das Programm einen wichtigen Meilenstein mit der offiziellen Unterzeichnung seines internationalen Konsortialvertrags durch alle beteiligten Partnerländer.
Im Zentrum des Projekts steht ein föderierter Ansatz für die Dateninfrastruktur, der es Institutionen ermöglicht, zusammenzuarbeiten und Erkenntnisse aus Gesundheitsdaten zu gewinnen, ohne sensible Patientendaten über Landesgrenzen hinweg zu übertragen. Dieser Ansatz steht in engem Einklang mit der Vision des European Health Data Space (EHDS) und unterstützt die sichere und interoperable Nutzung von Gesundheitsdaten in ganz Europa.
Der Konsortialvertrag bringt Universitäten, Krankenhäuser und Forschungsinstitute aus Luxemburg, der Schweiz, Frankreich und Deutschland zusammen und schafft den formalen Rahmen für eine der ambitioniertesten grenzüberschreitenden Initiativen Europas im Bereich datengetriebener Gesundheitsversorgung und Forschung zu chronischen Erkrankungen.
Zwischen 2023 und 2025 schloss das Programm seine erste Phase ab und legte damit die Grundlage für eine nachhaltige klinische Forschungsinfrastruktur in Luxemburg und Europa. Mehr als 120 Expertinnen und Experten haben an der Initiative mitgewirkt. Bis heute wurden konsortialweit mehr als 260 Patientinnen und Patienten rekrutiert und über 16.000 biologische Proben gesammelt.
Ein wichtiger Erfolg in Luxemburg war die Entwicklung eines Prototype Data Integration Centre durch das LIH in Zusammenarbeit mit den Hôpitaux Robert Schuman. Die Plattform demonstriert die sichere Integration klinischer und wissenschaftlicher Daten in einer realen Krankenhausumgebung und bildet eine wichtige Grundlage für zukünftige datengetriebene Forschung.
Das wissenschaftliche Programm von Clinnova konzentriert sich auf drei Krankheitskohorten: entzündliche Darmerkrankungen (IBD), Multiple Sklerose (MS) und rheumatische Erkrankungen (RD). In Luxemburg läuft die Rekrutierung für die IBD-Kohorte bereits, während die MS- und RD-Kohorten voraussichtlich noch in diesem Jahr starten werden.
Mit der weiteren Ausweitung seiner Aktivitäten werden die Infrastruktur und das Fachwissen von Clinnova auch in die neue Luxembourg Research Clinic (Fuerschungsklinik Lëtzebuerg, LRC) integriert. Dies unterstützt den Aufbau eines sicheren Forschungsdatennetzwerks, das Krankenhäuser im ganzen Land miteinander verbindet.
„Der Konsortialvertrag markiert den Beginn des nächsten Kapitels für Clinnova“, sagte Dr. Jasmin Schulz, Strategic Programme Lead am LIH und Koordinatorin von Clinnova. „Wir verfügen nun über die notwendigen Grundlagen, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu stärken und hochwertige Gesundheitsdaten in Wissen umzuwandeln, das Ärztinnen und Ärzten, Forschenden sowie Patientinnen und Patienten direkt zugutekommt. Durch die Vernetzung von Fachwissen, Daten und Forschungsumgebungen in ganz Europa schaffen wir ein nachhaltiges Ökosystem für Präzisionsmedizin und zukünftige Innovationen im Gesundheitswesen.“
Clinnova wird durch das National Centre of Excellence in Research (NCER) unterstützt, eine Initiative des Luxembourg National Research Fund (FNR).