
TreatPD
Eine RNA zur Behandlung der Parkinson-Krankheit
Zusammenfassung

Die Parkinson-Krankheit (PK) ist eine altersbedingte, fortschreitende, neurodegenerative Erkrankung, die komplex, heterogen und tödlich ist. Sie beeinträchtigt insbesondere das zentrale Nervensystem und ist durch einen Verlust der Dopaminproduktion im Gehirn gekennzeichnet. Aufgrund der alternden Bevölkerung nimmt die Prävalenz der PK zu und ist mit einer hohen sozioökonomischen Belastung verbunden. Die derzeitigen Therapien gegen PK, die auf die Wiederherstellung des Dopaminspiegels abzielen, können die Symptome wirksam lindern, behandeln jedoch nicht die eigentliche Ursache der Erkrankung und können ihr Fortschreiten nicht verhindern. Daher gilt die PK weiterhin als irreversibel und unheilbar, und es besteht ein ungedeckter klinischer Bedarf an krankheitsmodifizierenden Therapien.
TreatPD basiert auf einem RNA-Molekül, das willkürlich lncG1 genannt wurde und bei PK-Patienten fehlreguliert ist. Vorläufige Experimente zeigen, dass die Überexpression von lncG1 in kultivierten Neuronen den Dopaminsyntheseweg stimuliert und die Dopaminproduktion erhöht. Auf Grundlage dieser unterstützenden Daten könnte lncG1 als krankheitsmodifizierende Therapie für PK eingesetzt werden.
Ziel von TreatPD ist es, einen neuartigen nanopartikulären Träger für lncG1 zu entwickeln, der die Blut-Hirn-Schranke überwinden und dopaminerge Neuronen im Gehirn gezielt erreichen kann.
Das Projekt stützt sich auf die komplementäre Expertise von vier Partnern: drei in Frankreich — mit Fachwissen in RNA-Produktion, Nanopartikeln und Tiermodellen der PK — und einem in Luxemburg, der auf RNA spezialisiert ist und lncG1 identifiziert hat.
Wie in den verschiedenen Arbeitspaketen beschrieben, wird synthetisches lncG1 hergestellt und in Nukleolipid-Nanopartikel eingebettet, um sicherzustellen, dass es die Blut-Hirn-Schranke überwinden und in dopaminergen Neuronen freigesetzt werden kann. Dieser Träger, NP-lncG1, wird in zwei Mausmodellen der PK getestet, um seine Fähigkeit zu überprüfen, die Blut-Hirn-Schranke in vivo zu überwinden, und um seine Wirkung auf dopaminerge Neuronen zu bewerten. Parallel dazu werden in silico- und in vitro-Untersuchungen durchgeführt, um den molekularen Wirkmechanismus von lncG1 vollständig zu charakterisieren, seine Fähigkeit zur Stimulierung des Dopaminsynthesewegs zu validieren und potenzielle Nebenwirkungen zu identifizieren. Im Rahmen einer Partnerschaft werden die Effekte von NP-lncG1 in menschlichen Hirnorganoiden untersucht, einschließlich des Überlebens dopaminerger Neuronen, der Dopaminproduktion und weiterer im Verlauf dieses Projekts identifizierter Signalwege. Insgesamt ist der Plan über das TreatPD-Projekt hinaus darauf ausgerichtet, NP-lncG1, einen nanopartikulären Träger für neuroprotektives lncG1, zu entwickeln und umfassend zu validieren.
Die Auswirkungen dieses Projekts sind wie folgt:
- Gesellschaftliche Auswirkungen: Verringerung der psychischen Belastung, indem Patienten mit PK, ihren Familien und Pflegepersonen Hoffnung gegeben wird, die Symptome reduziert werden und die Lebensqualität sowie die Lebenserwartung verbessert werden.
- Wirtschaftliche Auswirkungen: Senkung der Gesundheitskosten durch eine Veränderung des Krankheitsverlaufs.
- Wissenschaftliche Auswirkungen: Erweiterung des Wissens über die Rolle von RNA-Molekülen bei der Entwicklung der PK.
Um sicherzustellen, dass diese Auswirkungen erreicht werden und die Endnutzer die im Rahmen dieses Projekts bereitgestellte Lösung akzeptieren, werden die wichtigsten Interessengruppen — Neurologen und Patienten — bereits in einer frühen Phase in das Projekt einbezogen. Sie werden wesentlich zur Verbreitung und Übernahme der Projektergebnisse beitragen.
Arbeitsplan

Partner
Frankreich

Institut des maladies neurodégénératives de Bordeaux (IMN)
Benjamin Dehay, Marie-Laure Arotcarena, Marie-Laure Thiolat





