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Das 23. Science and Technology in Society (STS) Forum 2026 fand vom 4. bis 6. Oktober 2026 in Kyoto, Japan, statt. Mehr als 1.600 Führungspersönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik kamen zusammen, um Themen an der Schnittstelle von Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft zu diskutieren.
Dr Ángel Álvarez-Prado, Leiter der Forschungsgruppe Translational Cancer Immunogenomics (TCI) des Luxembourg Institute of Health wurde ausgewählt, im Rahmen des «Young Leaders Program» an der Veranstaltung teilzunehmen.
Ángel, das klingt weit entfernt von einer klassischen wissenschaftlichen Konferenz. Was ist die Idee hinter diesem Forum?
Ziel der Veranstaltung war es, Menschen aus unterschiedlichen Bereichen, darunter Wissenschaft, Industrie und Politik, zusammenzubringen, um über die Auswirkungen jüngster wissenschaftlicher und technologischer Fortschritte auf die Gesellschaft zu diskutieren, die sich daraus ergebenden Chancen zu analysieren und über die damit verbundenen Herausforderungen nachzudenken.
Welche Themen wurden diskutiert und was hat Sie am meisten beeindruckt?
Es wurden zahlreiche Themen behandelt, von künstlicher Intelligenz (KI) über Gentechnik bis hin zu Life Design. Besonders das rasante Tempo der technologischen Entwicklung, welche durch KI vorangeterieben wird und deren Auswirkungen unsere Alltag, standen im Mittelpunkt der Konferenz. Dabei war ein zentrales Diskussionsthema, wie mit den durch KI-basierte Technologien ausgelösten Transformationen umzugehen ist, um sicherzustellen, dass Innovation zu gesellschaftlichem Fortschritt führt, während angemessene Schutzmechanismen erhalten bleiben.
Was hat Sie an der gesamten Veranstaltung am meisten inspiriert?
Die Möglichkeit, Menschen aus unterschiedlichsten Bereichen kennenzulernen und mit ihnen Perspektiven auszutauschen. Besonders aufschlussreich war es, die Sichtweisen und Prioritäten von Personen außerhalb der Wissenschaft kennenzulernen, da wir oft dieselben Herausforderungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. Diese Gespräche haben sehr dabei geholfen, das große Ganze besser zu verstehen und unsere Rolle als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler darin besser einzuordnen.
Wie würden Sie die Atmosphäre der Veranstaltung in drei Worten beschreiben?
Freundlich, kollegial und kooperativ: Alle kamen auf Augenhöhe zusammen.
Mit wem haben Sie sich dort unterhalten?
Als Teilnehmer des Young Leaders Program hatte ich die Möglichkeit, an offenen Gesprächen mit mehreren Nobelpreisträgern teilzunehmen. Wir trafen uns unter anderem mit Dr. Brian Schmidt, der für seine Arbeiten zur Expansion des Universums bekannt ist. Er sprach über die Herausforderungen im akademischen Umfeld sowie über seine Bemühungen, Brücken zu politischen Entscheidungsträgern zu bauen. Darüber hinaus sprach er sich für die individuelle Verantwortung als einen zentralen Schutzmechanismus gegen einen möglichen Missbrauch von KI aus. Dr. Richard Roberts, bekannt für die Entdeckung des Gene Splicing, berichtete von seinem Weg von der akademischen Forschung in die Industrie und davon, wie es ihm gelingt, die Grundlagenforschung innerhalb der Industrie weiterhin zu fördern.
Ich hatte außerdem die Gelegenheit, an einer Diskussionsrunde mit Maria Leptin (Präsidentin des Europäischen Forschungsrats) teilzunehmen, um über Mirror Life zu sprechen – eine hypothetische Lebensform, die aus spiegelbildlichen Molekülen besteht – und darüber, wie Kontrollmechanismen zur Begrenzung ihrer Risiken etabliert werden könnten. Besonders erfrischend war dabei das ausgeprägte Verständnis für die Realitäten und Herausforderungen der Forschung.
Ebenso schätzte ich den Austausch mit Fiona Watt, Direktorin der European Molecular Biology Organization (EMBO) und Pionierin auf dem Gebiet der Stammzellbiologie. Wir diskutierten über die ethischen Grenzen der regenerativen Medizin und des Life Design.
Es war mir eine Freude, diese Erfahrung mit Étienne Fodor (Universität Luxemburg), Marie-Claude Marx (FNR Programme Manager) und Isabelle Mossong (FNR Secretary General) zu teilen.
Welche zentrale Botschaft möchten Sie zum Abschluss mitgeben?
Dieses Treffen hat erneut verdeutlicht, dass Wissenschaft, Industrie und politische Entscheidungsträger gleichermaßen wichtige Rollen bei der Gestaltung wissenschaftlicher und technologischer Entwicklungen spielen und beeinflussen, wie diese letztlich in der Gesellschaft ankommen. Austauschmöglichkeiten, etwa bei Networking-Veranstaltungen, bei denen sich unterschiedliche Gemeinschaften die Zeit nehmen, die Prioritäten, Rahmenbedingungen und Perspektiven der anderen zu verstehen, fördern die Zusammenarbeit. Durch dieses gegenseitige Verständnis können wir uns besser gegenseitig unterstützen, um den technologischen Fortschritt im richtigen Tempo und in die richtige Richtung voranzubringen.
Unterstützt vom Luxembourg National Research Fund (FNR)