Hintergrund

Infektionskrankheiten stellen weltweit eine große Herausforderung für die Tiergesundheit dar. Krankheitserreger können erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Nutztieren haben – und dabei jeden Schritt des Produktionsprozesses bedrohen – ebenso wie auf Heimtiere und die Wildtierpopulationen. Infektionskrankheiten bei Nutztieren führen neben den direkten Produktionsverlusten der Landwirte zu enormen gesellschaftlichen Kosten, unter anderem durch Maßnahmen zur Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit, steigende Preise für Verbraucherinnen und Verbraucher, Präventions- und Überwachungskampagnen, Keulungs- und Ausrottungsmaßnahmen, Handelsbeschränkungen usw.

Viele Erreger weisen komplexe Übertragungszyklen auf und betreffen mehrere wildlebende und domestizierte Tierarten, was ihre Kontrolle erheblich erschwert. Einige tierische Krankheitserreger können zudem auf natürlichem Wege auf den Menschen übertragen werden und sogenannte „zoonotische Infektionen“ verursachen. Schätzungen zufolge sind mehr als 60 % der humanen Krankheitserreger tierischen Ursprungs. Die Überwachung und das Management von Infektionskrankheiten bei Tieren haben daher einen direkten Einfluss auf die menschliche Gesundheit.

Die Anerkennung der Wechselwirkungen zwischen der Gesundheit unserer Umwelt, der Tiere und der Menschen führte zum „One-Health“-Konzept, das Fachleute aus den Bereichen Umwelt, Wildtiergesundheit, Nutztier- und Haustiermedizin sowie Humanmedizin dazu ermutigt, gemeinsam an der Bewältigung der wichtigsten globalen Gesundheitsherausforderungen zu arbeiten, einschließlich zoonotischer Erkrankungen.

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Ziele

Das Hauptziel des Projekts „Surveillance and characterization of important livestock and ZOONOTIC VIRUSES in Luxembourg“ besteht darin, den zuständigen Behörden im Bereich Tier- und öffentliche Gesundheit entscheidungsrelevante Informationen zur Prävention und Kontrolle von Krankheitsausbrüchen bereitzustellen.

Zu den verschiedenen Projektkomponenten gehören die Überwachung und Charakterisierung des Aviären Influenzavirus sowie des Aviären Paramyxovirus Typ 1 bei Haus- und Wildvögeln, um die Luxemburger Veterinär- und Lebensmittelverwaltung (ALVA) bei den nationalen Überwachungsprogrammen zu unterstützen. Darüber hinaus zielt das Projekt darauf ab, weitere bedeutende Erreger, die bei Haus- und Wildtieren zirkulieren, in Abhängigkeit von sich stetig wandelnden internationalen Rahmenbedingungen zu überwachen und zu charakterisieren. Bestehende diagnostische Verfahren werden kontinuierlich aktualisiert, um ihre Zweckmäßigkeit im Hinblick auf die Vielfalt, Evolution und geografische Verbreitung der Erreger sicherzustellen. Neue Methoden werden regelmäßig etabliert, um das Land auf neu auftretende oder wiederkehrende Infektionskrankheiten tierischen Ursprungs vorzubereiten.

Die erzielten Ergebnisse werden regelmäßig mit den nationalen Behörden geteilt, um:

  • das Auftreten und die Trends von Krankheiten zu überwachen,
  • ihre Verbreitung im Land zuverlässig abzuschätzen und zu kartieren,
  • Reservoirwirte, Eintragswege und Übertragungspfade zu identifizieren,
  • rasche Untersuchungen und Ausbruchsreaktionen auszulösen,
  • Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen zu steuern,
  • als Frühwarnsystem zur Erkennung des Auftretens oder der Emergenz zoonotischer Erreger in Tierpopulationen zu dienen, einschließlich neuartiger oder wiederauftretender Erkrankungen,
  • Ereignisse der umgekehrten Zoonose zu überwachen (d. h. die Übertragung eines Erregers vom Menschen auf Tiere),
  • wissenschaftliche Evidenz für die Risikobewertung und die nationale Vorsorge bereitzustellen.
  • Ursprünglich auf virale Erreger ausgerichtet, werden die Überwachungsprogramme derzeit auf bakterielle Erkrankungen ausgeweitet, um die nationalen Behörden weiter zu unterstützen.

Partners

Dieses Projekt ist Teil einer langjährigen Zusammenarbeit von nahezu 20 Jahren zwischen dem LIH und der ALVA.

Funding

Ministerium für Landwirtschft, Ernärhung und Weinbau

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