
Fortschritte in der Hirnforschung
Am Luxembourg Institute of Health (LIH) arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Klinikerinnen und Kliniker gemeinsam daran, das Gehirn besser zu verstehen und neue Wege zur Prävention, Diagnose und Behandlung neurologischer Erkrankungen zu entwickeln. Unsere Forschung hat das Ziel, Erkenntnisse aus dem Labor in konkrete Vorteile für Patientinnen und Patienten sowie ihre Familien umzusetzen.
Unsere wichtigsten Forschungsbereiche zum Gehirn
Neurodegenerative Erkrankungen
Neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson, Alzheimer oder Multiple Sklerose entwickeln sich häufig über viele Jahre, bevor sie diagnostiziert werden – zu einem Zeitpunkt, an dem bereits irreversible Schäden entstanden sind. Mit der Alterung der Bevölkerung nimmt ihre menschliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung deutlich zu.
In der Luxembourg Research Clinic sowie im National Centre of Excellence in Research on Parkinson’s Disease (NCER-PD) identifizieren Forschende des LIH Risikofaktoren und molekulare Mechanismen, um gezielte Strategien zur Prävention und Behandlung zu entwickeln. Unsere Expertinnen und Experten für Bildgebung des Gehirns tragen außerdem dazu bei, Veränderungen im Gehirn früher zu erkennen und das Fortschreiten der Erkrankungen besser zu verstehen.
Das internationale Clinnova-Projekt ergänzt diese Arbeiten im Bereich der Multiplen Sklerose, indem klinische Daten, Bildgebung des Gehirns und molekulare Analysen kombiniert werden, um Rückfälle und den Krankheitsverlauf besser vorhersagen zu können.

Gemeinsam können wir die Zukunft der Gehirngesundheit gestalten.
Ausgewählte Projekte
- Bluttest zur Diagnose der Parkinson-Krankheit (Alpha-Synuklein-Seed-Amplification-Assay)
- Blutbasierter Biomarker-Test zur frühen Diagnose der Parkinson-Krankheit (CD8-TEMRA-Assay)
- Klinische Studien zu neuen Behandlungen und Verabreichungsmethoden bei Parkinson (PADOVA– und SCOL-Studien)
- Healthy Brain Ageing (HeBA): Studie zum besseren Verständnis von Risikofaktoren für Parkinson (HeBA-Studie)
- Verbesserung der Versorgung und Koordination für Menschen mit Parkinson (ParkinsonNet-Netzwerk)
- Prävention von Demenz durch digitales Coaching für einen gesunden Lebensstil (Programme for Dementia Prevention – BrainCoach App)
- Aufbau der ersten Luxemburger Gehirnbank für die Forschung (in Zusammenarbeit mit dem LNS)
- Clinnova-MS-Studie
- Neue Technologien zur Überwachung und Unterstützung der Rehabilitation bei Multipler Sklerose (R-MMS klinische Studie)
- Einsatz von künstlicher Intelligenz zur Bewertung des Risikos neurologischer Erkrankungen nach einer COVID-19-Infektion (COMMUTE-Projekt)
- Einfluss von Umweltverschmutzung auf die Entstehung von Demenz und Alzheimer (ExpoSignalz-Projekt)
- Überwachung der kognitiven Auswirkungen von Long COVID mittels Augenbewegungstechnologie (DIGICOG-Projekt)
- Einsatz von künstlicher Intelligenz zur Verbesserung der Analyse von Gehirntumor-Bilddaten (Federated Tumour Segmentation – FeTS-Studie)
Hirntumoren
Bösartige Hirntumoren wie diffuse Gliome gehören zu den komplexesten Krebsarten in der Behandlung. Ihre Lage im Gehirn und ihre biologische Vielfalt schränken die Wirksamkeit der derzeit verfügbaren Therapien häufig ein.
Am LIH entwickeln wir innovative präklinische Modelle und analysieren die molekularen Mechanismen von Tumoren, um präzisere therapeutische Zielstrukturen zu identifizieren, die auf jeden einzelnen Patienten zugeschnitten sind.
Ausgewählte Projekte
- Wie Alterung und genetische Faktoren die Behandlung von Hirntumoren beeinflussen (IMMUNAGENOMICS-Projekt)
- Die Rolle persistenter Glioblastomzellen bei der Entstehung von Therapieresistenz (PERSIST-Projekt)
- Gezielte Beeinflussung des Tumorstoffwechsels zur Entwicklung neuer Glioblastom-Therapien (MITOFIT-Projekt)
- Warum Glioblastome resistent gegen Behandlungen werden (PLASTIG-Projekt)
- Entwicklung patientenbasierter Hirntumormodelle für die Forschung (Patient-Derived Orthotopic Xenografts – PDOX-Sammlung)
- Wie RNA-Modifikationen den Tumorstoffwechsel und das Wachstum von Gliomen beeinflussen (EPITOME-Projekt)
- Untersuchung epigenetischer Mechanismen bei IDH1-mutierten Gliomen (NIMBUS-Projekt)
Gehirn, Immunsystem und Herz
Das Gehirn steht in ständigem Austausch mit dem Immunsystem und dem Herz-Kreislauf-System. Chronische Entzündungen oder Störungen des Immunsystems können zur Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen und Krebs beitragen.
Am LIH untersuchen unsere Teams diese Wechselwirkungen, um die zugrunde liegenden Mechanismen besser zu verstehen und schädliche Entzündungen im Gehirn zu reduzieren. Gleichzeitig entwickeln sie innovative Biomarker, um Krankheiten früher zu erkennen und wirklich personalisierte Therapien zu ermöglichen.
Ausgewählte Projekte
- Wie Allergien möglicherweise vor Hirntumoren schützen können (GRALL-UMEGA-Projekt)
- Wie Allergien dem Immunsystem helfen könnten, Glioblastome zu bekämpfen (GRALL-Projekt)
- Neue RNA-Biomarker und Behandlungsansätze für die Parkinson-Krankheit (OxiPARK-Projekt)
- Entwicklung RNA-basierter Therapien für die Parkinson-Krankheit (TreatPD-Projekt)
Warum Ihre Unterstützung wichtig ist
Ihr Beitrag hilft dabei:
- Innovative Forschung zum Gehirn voranzubringen
- Die Entwicklung neuer Diagnose- und Behandlungsmethoden zu beschleunigen
- Patientinnen und Patienten, ihre Familien und zukünftige Generationen zu unterstützen
- Wissenschaftliche Fortschritte in konkrete medizinische Lösungen zu verwandeln
