Pressemitteilung

Die Gesundheitsdirektion und das Luxembourg Institute of Health (LIH) veröffentlichen den dreijährlichen Bericht mit dem Titel „Überwachung der perinatalen Gesundheit in Luxemburg: 2020–2022“. Dieser Bericht bietet einen umfassenden Überblick über die Gesundheit von Müttern und Neugeborenen in Luxemburg.
Die Erstellung war dank der wertvollen Zusammenarbeit der vier Entbindungskliniken des Landes und der freiberuflichen Hebammen bei der Erhebung qualitativ hochwertiger Daten über Geburten sowie dank der aktiven Beteiligung der neonatologischen Dienste des Landes bei den Daten über Krankenhausaufenthalte von Neugeborenen nach der Geburt möglich.
Eine Priorität der öffentlichen Gesundheit
Die Gesundheit von Müttern und Kindern in der Perinatalzeit ist ein zentrales Thema. Eine qualitativ hochwertige Betreuung in dieser Zeit kann die Gesundheit eines Menschen langfristig prägen. Die regelmäßige Überwachung der perinatalen Gesundheit macht positive Entwicklungen sichtbar und hilft, Probleme zu erkennen, die fundierte Entscheidungen im Bereich der perinatalen Gesundheit erfordern. Zu diesem Zweck stützt sich dieser Bericht auf anerkannte Indikatoren, die national und international vergleichbar sind, sowie auf die Empfehlungen der WHO und auf die Ziele der nachhaltigen Entwicklungsziele.
Entwicklung der Geburten
Zwischen 2020 und 2022 stieg die Zahl der Geburten weiter an, wobei 2022 ein leichter Rückgang verzeichnet wurde (-0,9 % im Vergleich zu 2021). Diese Entwicklung spiegelt jedoch nicht das demografische Wachstum des Landes wider: die Geburtenrate sank von 11,6 ‰ im Jahr 2018 auf 10,5 ‰ im Jahr 2021, ein ähnlicher Trend wie in den Nachbarländern.
Zwei Phänomene sind für Luxemburg spezifisch:
Betreuung und Nachsorge während der Schwangerschaft
99,5 % der schwangeren Frauen werden während der Schwangerschaft von einer Fachkraft im Gesundheitswesen betreut, und 92,6 % suchen bereits im ersten Trimester eine Beratung auf. Diese frühe Betreuung spielt eine Schlüsselrolle bei der Früherkennung möglicher Erkrankungen und der Identifizierung von Risikofaktoren. Zu diesen Risikoverhalten gehören:
Kaiserschnitte und Episiotomien
Zum ersten Mal seit 2011 lag die insgesamt in Luxemburg beobachtete Kaiserschnittrate in den untersuchten 3 Jahren unter der Schwelle von 30 %. Diese Entwicklung spiegelt die seit vielen Jahren unternommenen Bemühungen im Land wider, unnötige geburtshilfliche Eingriffe zu reduzieren. Allerdings wurde 2022 ein leichter Anstieg über 30 % festgestellt, ein möglicher Einfluss der COVID-19-Pandemie auf die Praxis kann nicht ausgeschlossen werden.
Die Zahlen zur Praxis der Episiotomie setzen hingegen ihren deutlichen Rückgang fort und fielen 2022 unter die Marke von 10 %, im Einklang mit den internationalen Empfehlungen.
Empfehlungen für die Zukunft
Der Bericht enthält mehrere Empfehlungen für Fachkräfte im Gesundheitswesen, Institutionen und Familien, um das Überwachungssystem zu stärken und die Qualität der perinatalen Versorgung weiter zu verbessern.
