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Die European Union Drugs Agency (EUDA) und das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) haben gemeinsam ein europäisches Toolkit zur Eliminierung viraler Hepatitiden in Gefängnissen entwickelt.
Das neue Toolkit soll die Umsetzung von Maßnahmen gegen Hepatitis B und C in Haftanstalten in ganz Europa unterstützen. Es stärkt zudem das Prinzip der „Gleichwertigkeit der Versorgung“ und stellt sicher, dass inhaftierte Personen eine Gesundheitsversorgung erhalten, die mit der in der Allgemeinbevölkerung vergleichbar ist.
Das ECDC und die EUDA haben eine Reihe von Länder-aus-Länder-Austauschbesuchen organisiert, um zentrale Prioritäten und Maßnahmen für die Implementierung des Toolkits zu identifizieren. Da Luxemburg kürzlich als bestes Beispiel für Modelle der Hepatitisversorgung beschrieben wurde, wurde es als erstes Land ausgewählt, um am 10. und 11. Februar 2026 einen solchen praxisorientierten Austausch auszurichten.
Zwölf Gesundheitsfachkräfte aus dem Justizvollzug oder aus den Justizministerien von vier verschiedenen Ländern (Deutschland, Belgien, Österreich und Dänemark) wurden von der Directorate of Health und dem Gefängnis Schrassig zu praxisorientierten Austauschen über das luxemburgische Modell sowie zu einem vertieften und direkten Dialog über die Erfahrungen der fünf Länder empfangen.
Dr. Carole Devaux von der Infection & Immunotherapy Research Unit at the LIH organisierte den Besuch in Zusammenarbeit mit Dr. Philippe Poos vom Gefängnisgesundheitsdienst und Dr. Pit Braquet vom National Service of Infectious Diseases. Eine Rundtischdiskussion zu Herausforderungen und bewährten Praktiken bei der Entlassung aus der Haft brachte mehr als 20 Vertreterinnen und Vertreter von elf Organisationen in Luxemburg zusammen.
Der Hintergrund des Toolkits ist, dass inhaftierte Personen höhere Prävalenzen viraler Hepatitiden aufweisen als die Allgemeinbevölkerung und somit eine zentrale Zielgruppe für gezielte Präventions- und Behandlungsmaßnahmen darstellen. In Europa haben Personen bei Haftantritt zudem häufiger eine Vorgeschichte des injizierenden Drogenkonsums — ein wesentlicher Risikofaktor für die Übertragung der Hepatitis-B- und -C-Viren. Das Teilen von Injektionsbesteck sowie weitere Risikofaktoren wie unsichere Tätowier- oder Piercingpraktiken, das Teilen von Rasierern und ungeschützter Geschlechtsverkehr machen Gefängnisse zu einem prioritären Setting für gezielte Präventions- und Behandlungsinterventionen gegen virale Hepatitiden. Die Bekämpfung viraler Hepatitiden im Justizvollzug kann darüber hinaus gesundheitliche Vorteile für die gesamte Bevölkerung bringen, indem die Gesamtkrankheitslast reduziert und zukünftige Infektionsübertragungen verhindert werden.