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Drei renommierte Auszeichnungen würdigen die Exzellenz des LIH in der Immuntherapie, der Hirntumorforschung und der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung

Drei Forschende des Luxembourg Institute of Health (LIH) wurden bei den FNR Awards 2026 für herausragende Beiträge zur biomedizinischen Forschung und zur Förderung wissenschaftlicher Talente ausgezeichnet. Dr. Carole Devaux erhielt den „Outstanding Scientific Achievement Award“ für wegweisende neue Ansätze in der Immuntherapie, Dr. Pilar María Moreno Sánchez wurde für ihre innovative Doktorarbeit zum Glioblastom geehrt, und Prof. Gunnar Dittmar erhielt den „Outstanding Mentor Award“ für sein Engagement in der Förderung der nächsten Generation von Wissenschaftlern.
Das Luxembourg Institute of Health (LIH) feierte bei den FNR Awards 2026 einen dreifachen Erfolg. Die Auszeichnungen wurden am 22. Oktober vom Luxembourg National Research Fund (FNR) verliehen, um außergewöhnliche Leistungen innerhalb der luxemburgischen Forschungsgemeinschaft zu würdigen. Die drei Ehrungen verdeutlichen die breite wissenschaftliche Expertise des LIH, von der Entwicklung innovativer Therapiestrategien über Fortschritte in der Krebsforschung bis hin zur Schaffung eines Umfelds, in dem junge Forschende ihr Potenzial entfalten können.
Dr. Carole Seguin-Devaux, Leiterin der Forschungsgruppe «Infection and Immunotherapy» am LIH, erhielt den „Outstanding Scientific Achievement Award“ für die Entwicklung innovativer immuntherapeutischer Ansätze gegen Krebs und Infektionskrankheiten durch ihr Team. Während sich die meisten bestehenden Immuntherapien auf das adaptive Immunsystem konzentrieren, erforschen Dr. Devaux und ihr Team das bislang weitgehend ungenutzte therapeutische Potenzial der angeborenen Immunität, der ersten Verteidigungslinie des Körpers. Ihre Forschung führte zur Entwicklung innovativer Moleküle, sogenannter Immunkomplexe, die Krebszellen oder Krankheitserreger erkennen und das Immunsystem gezielt gegen sie richten sollen. Diese Moleküle können verschiedene Immunabwehrmechanismen aktivieren, darunter das Komplementsystem und natürliche Killerzellen (NK-Zellen). Die vielversprechenden präklinischen Ergebnisse haben bereits zu zwei Patentanmeldungen geführt und eröffnen neue Perspektiven für Immuntherapien gegen Krebs und Infektionskrankheiten, einschließlich Infektionen durch antibiotikaresistente Bakterien.
Dr. Pilar María Moreno Sánchez erhielt den „Outstanding PhD Thesis Award“ für ihre innovative Forschung zum Glioblastom, der aggressivsten Form von Hirnkrebs bei Erwachsenen. Ihre Doktorarbeit befasste sich mit einer zentralen Herausforderung der Glioblastomforschung: dem bislang begrenzten Erfolg von Immuntherapien gegen diesen besonders aggressiven Tumor. Ein Hindernis ist die Fähigkeit des Glioblastoms, Immunreaktionen zu unterdrücken. Herkömmliche experimentelle Modelle können die Komplexität menschlicher Tumoren zudem häufig nicht ausreichend abbilden. Um diese Einschränkungen zu überwinden, entwickelte Pilar neuartige humanisierte Mausmodelle, die aus Patienten stammende Glioblastomtumoren mit einem menschlichen Immunsystem kombinieren. Diese Modelle bilden die bei Patienten beobachteten Wechselwirkungen zwischen Tumor- und Immunzellen genauer nach. Besonders wichtig ist, dass sie das Scheitern einer zuvor in klinischen Studien getesteten Immuntherapie erfolgreich vorhersagten. Dies verdeutlicht ihr Potenzial, unwirksame Behandlungen früher zu erkennen. Ihre Ergebnisse deuten außerdem darauf hin, dass eine erfolgreiche Immuntherapie möglicherweise zunächst eine Veränderung des Tumormilieus erfordert, damit dieses besser auf Immunreaktionen anspricht. Durch klinisch relevantere Instrumente zur Bewertung potenzieller Therapien könnte ihre Forschung dazu beitragen, die Entwicklung wirksamerer Glioblastombehandlungen zu beschleunigen.
Prof. Gunnar Dittmar, Leiter der Forschungsgruppe «Proteomics of cellular signalling» am LIH, erhielt den „Outstanding Mentor Award“ als Anerkennung für sein außergewöhnliches Engagement für die berufliche und persönliche Entwicklung junger Forschender. Neben seiner Forschung darüber, wie chemische Veränderungen von Proteinen deren Wechselwirkungen beeinflussen, und der Entwicklung von Massenspektrometrie-Technologien für Forschung und klinische Anwendungen hat Prof. Dittmar die wissenschaftliche Betreuung zu einem zentralen Bestandteil seiner akademischen Laufbahn gemacht. Sein Ansatz fördert wissenschaftliche Neugier, Eigenständigkeit und Selbstvertrauen, insbesondere bei Postdocs und erfahrenen Forschenden auf dem Weg in die wissenschaftliche Unabhängigkeit. Die von ihm betreuten Forschenden heben seine Fairness, sein Engagement für ihr Wohlbefinden, seinen Respekt für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie seine Fähigkeit hervor, Eigenverantwortung und Selbstständigkeit zu stärken. So schafft er ein unterstützendes Umfeld, in dem Forschende sich entfalten und ihre Karriere voranbringen können. Prof. Dittmar erklärt: „Forschung und Mentoring sind zwei Seiten derselben Medaille. Forschung bringt das Wissen für alle voran und damit auch das, was die Gesellschaft erreichen kann. Mentoring bringt einen einzelnen Menschen auf dem Weg zu seinen eigenen Zielen voran.“
Wir sind dem FNR für seine unermüdliche Unterstützung außerordentlich dankbar. Gemeinsam spiegeln diese Auszeichnungen unser Engagement wider, die biomedizinische Forschung voranzubringen und zugleich die Menschen hinter den wissenschaftlichen Entdeckungen zu fördern. Sie zeigen, wie innovative Forschung, translationale Ansätze und hochwertige wissenschaftliche Betreuung einander ergänzen, um den wissenschaftlichen Fortschritt voranzutreiben und die Gesundheit der Menschen zu verbessern. Wir gratulieren unseren drei Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich zu diesen wohlverdienten Auszeichnungen und danken ihnen für ihre wertvollen Beiträge zur luxemburgischen Wissenschaftsgemeinschaft
so Dr. Frank Glod, stellvertretender Generaldirektor des LIH.
Sehen Sie sich die Videos an, um mehr über die Preisträger zu erfahren!