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Luxemburg bleibt vorerst frei vom West-Nil-Virus, doch das Virus rückt immer näher

In den letzten Jahren haben sich West-Nil-Virus-Infektionen zu einem zunehmenden Problem für die öffentliche Gesundheit in ganz Europa entwickelt. Das Virus wird hauptsächlich zwischen Vögeln durch den Stich endemischer Mückenarten übertragen. Mücken, die sich sowohl von Vögeln als auch von Säugetieren ernähren, können eine Übertragung auf andere Wirte wie Pferde und Menschen ermöglichen. Die meisten Infektionen beim Menschen verlaufen asymptomatisch oder mild, doch in seltenen Fällen kann das Virus schwere Erkrankungen verursachen, darunter Enzephalitis oder Meningitis.
Im Jahr 2025 hat der West-Nil-Virus seine geografische Ausbreitung in Europa fortgesetzt. In Départements nahe Paris wurden autochthone menschliche Fälle festgestellt, was auf eine lokale Übertragung in der Region Île-de-France hinweist. Das Virus wurde erstmals bei Wildvögeln in Belgien nachgewiesen. Ebenfalls im Jahr 2025 meldeten die Niederlande ihren ersten West-Nil-Ausbruch bei Equiden, zusätzlich zu früheren Nachweisen des Virus bei Mücken, Vögeln und Menschen, die seit 2020 dokumentiert wurden.
Obwohl wirksame Impfstoffe zum Schutz von Pferden gegen klinische Erkrankungen verfügbar sind, gibt es derzeit keine zugelassenen Impfstoffe für Menschen; daher ist die Prävention entscheidend. Die systematische Überwachung bei Tieren bleibt ein unverzichtbares Frühwarninstrument, um geeignete Präventionsmaßnahmen einzuleiten, wie etwa Aufklärungskampagnen zur Reduzierung von Mückenstichen und die Voruntersuchung bestimmter Blutprodukt- oder Organspenden.
Das LIH hat in Partnerschaft mit der Luxemburger Veterinär- und Lebensmittelverwaltung (ALVA), dem Centre de Soins pour la Faune Sauvage in Düdelingen, dem Parc Merveilleux und der Naturverwaltung sein West-Nil-Virus-Überwachungsprogramm bei Wildvögeln im Jahr 2025 weiter ausgebaut. Die Anzahl der getesteten Proben hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt, was die erfolgreiche Zusammenarbeit und das Engagement der Partner zur Unterstützung der Tier- und öffentlichen Gesundheit unterstreicht.
Der West-Nil-Virus wurde in Luxemburg im Jahr 2025 nicht nachgewiesen, jedoch wurde erneut das Usutu-Virus identifiziert, das epidemiologische Gemeinsamkeiten mit dem West-Nil-Virus aufweist. Sein Fortbestehen im Land ist ein Hinweis darauf, dass geeignete Bedingungen vorhanden sind, um nach einer Einschleppung die Verbreitung des West-Nil-Virus zu begünstigen. Dies bekräftigt die Notwendigkeit und operative Zuverlässigkeit der laufenden Sentinel-Überwachung.
Hinweis
Diese Aktivität wird durch eine Kofinanzierung aus dem EU4Health-Programm der Europäischen Union im Rahmen des Grant Agreement Nr. 101132473 OH4Surveillance unterstützt.
Die geäußerten Ansichten und Meinungen spiegeln nicht unbedingt die der Europäischen Union oder HaDEA wider. Weder die Europäische Union noch die Bewilligungsbehörde können dafür verantwortlich gemacht werden.