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Wir haben mit Rebecca Klapp, Doktorandin am Luxembourg Institute of Health, über ihre Teilnahme an der 75. Interdisziplinären Lindauer Nobelpreisträgertagung gesprochen.
Jedes Jahr bringen die Lindauer Nobelpreisträgertagungen Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger sowie ausgewählte Junge Forschenden aus aller Welt für eine Woche des wissenschaftlichen Austauschs und Dialogs zusammen. Die Tagung 2026 fand vom 28. Juni bis zum 3. Juli unter dem Motto „Science Transcending Borders“ („Wissenschaft überwindet Grenzen“) statt und versammelte rund 70 Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger sowie 650 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
Rebecca Klapp, Doktorandin und teil der „Molecular and Translational Allergology“ Abteilung des „Department of Infection and Immunity“ des LIH, berichtet von ihren Erfahrungen als Teilnehmerin der diesjährigen Ausgabe.
Rebecca, wie haben Sie die Möglichkeit erhalten, an der Tagung teilzunehmen?
Rebecca: Ich habe mich auf die Ausschreibung des FNR beworben, die sich im September 2025 an Postdocs, Doktorandinnen und Doktoranden sowie Masterstudierende richtete. Nach meiner Nominierung durchlief ich eine zweite Auswahlrunde, die vom Auswahlkomitee der Lindauer Tagungen durchgeführt wurde, bevor ich schließlich angenommen wurde.
Wie sah das Programm während der Woche aus?
Rebecca: Jeder Tag begann mit Diskussionsrunden beim Frühstück zu verschiedenen Themen. Anschließend folgten Vorträge von Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträgern aus Fachgebieten wie Physik, Biologie und Chemie. Am Nachmittag fanden die „Nobel Hours“ statt, bei denen Gruppen junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler direkt mit einer Nobelpreisträgerin oder einem Nobelpreisträger ins Gespräch kommen und Fragen stellen konnten. Die Abende waren thematischen Abendessen gewidmet, bei denen keine festen Sitzplätze vergeben wurden. So hatte man bei jedem Essen die Möglichkeit, andere Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger kennenzulernen.
Ein weiteres Highlight war die Möglichkeit, Mittagessen in kleinen Gruppen zu buchen. Ich hatte das Glück, einen Platz für das Mittagessen mit Katalin Karikó zu bekommen, die für ihre Arbeiten zu RNA und zur Aktivierung des Immunsystems bekannt ist, welche zur Entwicklung der COVID-19-Impfstoffe beigetragen haben. Sie sprach offen über ihren beruflichen Werdegang, die Herausforderungen, denen sie begegnet ist, und die Bedeutung von Ausdauer. Es war wirklich inspirierend, ihre Geschichte zu hören, und ich werde auf jeden Fall das Buch lesen, das sie kürzlich über ihren Lebensweg veröffentlicht hat. Ich bin sicher, dass es viele wertvolle Ratschläge für die wissenschaftliche Karriere enthält.
Was hat Sie an den Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträgern am meisten beeindruckt?
Rebecca: Ihre Offenheit. Sie waren außerordentlich zugänglich und wirklich daran interessiert, mit jungen Forschenden ins Gespräch zu kommen. Man konnte sich zum Beispiel während einer Kaffeepause einfach einer Unterhaltung anschließen. Die Gespräche reichten von spezifischen wissenschaftlichen Entdeckungen bis hin zu allgemeineren Themen wie künstlicher Intelligenz oder wissenschaftlichem Publizieren, etwa bei einem informellen Gespräch mit dem Astrophysiker Dr. Brian P. Schmidt.
Außerdem hatte ich die Gelegenheit, mit Dr. Frederick J. Ramsdell zu sprechen, der für seine wegweisenden Arbeiten zu regulatorischen T-Zellen bekannt ist. Wir diskutierten Themen, die mit meiner Forschung zusammenhängen, und das war für mich äußerst motivierend.
Eine weitere unvergessliche Begegnung war Dr. Morten Meldal, der selbst einst als junger Wissenschaftler an einer Lindauer Tagung teilgenommen hatte und später Nobelpreisträger wurde. Er nahm die Einladung, als Nobelpreisträger zurückzukehren, sofort an. Man konnte seine Begeisterung, wieder dabei zu sein, förmlich spüren!
Und was war der unvergesslichste Moment?
Rebecca: Die gesamte Veranstaltung war unvergesslich, sie war wirklich einzigartig. Ich kann alle Doktorandinnen und Doktoranden nur dazu ermutigen, sich zu bewerben. Wenn ich jedoch einen Moment auswählen müsste, wären es die Abendessen und Mittagessen, bei denen sich echte Gelegenheiten für persönliche Gespräche ergaben.
Vielen Dank, Rebecca, dass Sie diese inspirierende Erfahrung mit uns geteilt haben!
Informationen zur Förderung: Unterstützt vom Luxembourg National Research Fund (FNR) und kofinanziert von der Stiftung Lindauer Nobelpreisträgertagungen.